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Irland sagt Ja zur gleichgeschlechtlichen Ehe

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Wie die Onlineausgabe der Basler Zeitung berichtet deuten die ersten Abstimmungsergebnisse auf einen Erdrutschsieg der Befürworter. Die Gegner gestehen bereits ihre Niederlage ein.

Nach Auszählung der ersten Stimmen eines Referendums über die gleichgeschlechtliche Ehe in Irland bahnt sich Beobachtern beider Seiten zufolge ein deutlicher Sieg der Befürworter an. Demnach stimmte in der Hauptstadt Dublin und in ländlichen Gegenden eine grosse Mehrheit für eine Veränderung der Verfassung, wie Beobachter von Parteien und Interessengruppen mitteilten. Das offizielle Ergebnis wird am Nachmittag erwartet.

 

Irland dürfte die gleichgewchlechtliche Ehe einführen: Graffiti der Befürworter. Bild: Darren Staples /Reuters

Für das am Freitag abgehaltene Referendum waren 3,2 Millionen Wähler registriert. Irland stimmte als erste Nation weltweit über die Einführung der Ehe für homosexuelle Paare ab. Das Land ist vorwiegend katholisch. In mehr als einem Dutzend Staaten weltweit und in den meisten US-Staaten ist die Homo-Ehe bereits legal. Nirgends wurde aber das Volk dazu befragt.
Minister Kevin Humphrey sagte einen Erdrutschsieg für die Ja-Kampagne voraus. In seinem Bezirk im Südosten Dublins hätten mehr als 75 Prozent der Wähler dafür gestimmt. Der Führer der der katholischen Kirche nahe stehenden Partei Fianna Fail, Michael Martin, sagte, es sehe nach einem eindeutigem Sieg für die Befürworter aus. In seinem Bezirk Cork machten die Befürworter mehr als 60 Prozent aus.

Ein Gegner der Homo-Ehe, John Murray von der katholischen Denkfabrik Iona Institute, sagte, seine Seite bereite sich auf die wahrscheinliche Niederlage vor. Sein Kollege David Quinn gratulierte den Befürwortern via Twitter bereits zum Sieg.

Es geht um eine Veränderung der 77 Jahre alten Verfassung, die bislang die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau definiert. Stimmt eine Mehrheit dafür, soll das Geschlecht der Ehepartner künftig keine Rolle mehr spielen. Bei einem Scheitern des Referendums bleibt homosexuellen Paaren in Irland die Möglichkeit der 2011 eingeführten eingetragenen Partnerschaft. Diese bietet Partnern aber weniger Rechte, vor allem bei Sozialleistungen oder Sorgerecht bei Trennungen.

Sollten sich die Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe durchsetzen, wäre dies wohl ein weiterer Beleg für den schwindenden Einfluss der katholischen Kirche. Noch in den 1980er Jahren stimmte Irland in Referenden mit grosser Mehrheit gegen Abtreibung und Scheidungen. In Irland leben 4,6 Millionen Menschen.

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