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Der Bischof von Sitten sorgt für Empörung

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Wie das Onlinemagazin Queer.ch berichtet äusserte sich der walliser Bischof in der Zeitung Le Nouvellist anlässlich der anstehenden Romandie-Pride zu Homosexualität. Diese sei eine Schwäche der Natur, die durch den katholischen Glauben behoben werden könne.

Das Statement des Bischofs von Sitten, Jean-Marie Lovey, hat nicht nur seitens dem Schweizer Dachverband für Schwule (Pink Cross) und der Lesbenorganisation Schweiz (LOS) für Proteste gesorgt. Über zwei Jahrzehnte nach der offiziellen Streichung der Homosexualität von der Liste der Krankheiten der WHO führt die Aussage des Bischofs, dass Homosexualität heilbar wäre, zu hitzigen Diskussionen. Mit dieser Aussage impliziert er, dass es sich bei Homosexualität um eine Krankheit handelt, geradewegs ein Leiden.

Als Stellvertreter der katholischen Kirche sieht er das homosexuelle Leben als ein Leiden, das es zu lindern gilt.

Der Zwiespalt zwischen Kirche und Homosexualität ist seit jeher bekannt. Durch den erneuten, öffentlichen Auftritt gegen die Anerkennung der Homosexualität als natürliche sexuelle Orientierung werden die Erkenntnisse der zurückliegenden Jahre dennoch nicht in Frage gestellt. Denn wissenschaftliche, anerkannte Studien belegen, dass es sich bei Homosexualität um keine Krankheit, sondern eine normale, sexuelle Ausrichtung handelt, die alles andere als geheilt werden muss.

Problematisch wird die fast naive und homophobe Aussage des Bischofs im Hinblick auf den unumstösslichen Fakt: Die Anzahl der Suizidfälle bei homosexuellen Jugendlichen in der Schweiz ist fünf Mal höher als bei heterosexuellen Jugendlichen. Dabei bleibt der Bogenschlag zwischen der persönlichkeits- und identitätsfördernden Unterstützung durch Bezugspersonen und der Anzahl der Depressionen und Suizidfälle unter homosexuellen Jugendlichen weiterhin vorhanden. Umso brisanter ist das aktuelle Statement von Jean-Marie Lovey im Hinblick auf das Schüren der Andersartigkeit und dem Zwang, diese zu “Normalisieren”.

Pink Cross, der Schweizer Dachverband für Schwule, ist nur eine Stimme, die umgehend nach Veröffentlichung der Aussagen des Bischofs für die Akzeptanz und das wahrhafte Verständnis der Thematik laut wird. Schliesslich leiden Homosexuelle nicht unter der eigenen Homosexualität sondern unter der noch immer sehr stark ausgeprägten Homophobie, so der Dachverband in seiner Medienmitteilung. Von verschiedenen Seiten gibt es Forderungen an die katholische Kirche und den Bischof von Sitten, seine Aussage zu korrigieren.

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