Transident

Mein Blog über Transidentität (Transsexualität)

Ungewollte Aufmerksamkeit

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Als Trans_Frau in Transition wünsche ich mir eigentlich nichts sehnlicher als nicht aufzufallen. Aber in dem Stadium in dem ich mich in der Transition befinde ist dieser Wunsche leider alles andere als Realität,

Ich erlebe Tagtäglich unzählig viele Situationen die mich jedes mal schmerzlichst daran erinnern, dass ich mit meiner Transitentität ungewollte Aufmerksamkeit auf mich ziehe.

Es gibt Menschen, die beachten mich nicht. Dies ist aber leider eine Minderheit.

Normalerweise werde ich angeschaut oder gar angeglotzt. Die Blicke die ich dabei ernte gehen im besten Fall von „Was ist den das für ein Paradiesvogel“ über belustigenden Blicken, bei welchen oft auch kein Heel daraus gemacht wird, dass die Person einen offen auslacht bis hin zu umverständnisvollen oder gar hasserfüllten Blicken bei denen klar ist, dass diese Person nicht mit meiner Transitentität klarkommt.

Hinzu kommt, dass der Umstand meiner Transitentität offenbar bestimmte Schwellen des normalen Respekts ausschalten. Ich werde von Personen mit Du angesprochen, welche ich nicht kenne. Mit Sätzen wie „Ah, Dich habe ich doch auch schon dort und dort gesehen“…

Auch die vermeintlich „lieb“ gemeinten Gesprächsthemen, welche z.B. meine Frau erlebt grenzen oft an Unverschämtheit. Was sollen die Bemerkungen über mein „sehr dezentes Make-up“… Solche Bemerkungen würde sich nie jemand bei einer CIS Frau heraus nehmen.

Ja schön, aber all ist mir vor meiner Transition nie passiert.

Es gibt auch Situationen bei denen ich bis jetzt glücklicherweise bis jetzt immer heil von gekommen bin. Ja, es geht um offene von Gewalt geprägter Transphobie! Ich muss mich offenbar daran gewöhnen angepöbelt zu werden oder aufs primitivste beschimpfen zu lassen…

Alle diese Aspekte des „sozialen Umgangs“ machen mir Angst und verunsichern mich ungemein. Es mach mich unglaublich traurig, so dass ich einmal mehr wie ein heulendes Elend im Bett liege und weine…

Und wenn ich mit jemandem ausser meiner Frau darüber rede bekomme ich lieb gemeinte Ratschläge wie „Das darfst du Dir nicht zu so herzen nehmen…“ oder „Ignorier die doch einfach…“.

Ja, es wäre schön, wenn man das alles ignorieren, ja einfach ausblenden könnte! Am besten auch gleich den Schmerz, die Trauer und Sehnsüchte und die Ängste welchen ich durch meine Transitentität ohnehin schon habe.

Alles zusammen ergibt einen ganz hässlichen Cocktail an Emotionen, dessen Inhalt an Gedanken ich hier und jetzt nicht wiedergeben möchte!

Dabei wünsche ich mir einfach ein ganz normales Leben! Wie jeder andere CIS_Mensch auch!

Ein Kommentar

  1. Hallo! Obwohl ich mich seit meines Lebens transident fühle,lebe ich meine weibliche Seite nur als Transvestit aus und kenne diese Situationen zu gut.Ich finde die Gesellschaft müsste mehr zu diesem Thema sensibilisiert,hierzu ist die Politik sowie die Medien gefragt.Besonders vom Fernsehen wird oft ein völlig falsches Bild von Transgendern vermittelt.Es werden meist vollends perfektionierte Transfrauen gezeigt.Dies bekomme ich oft zu spüren,wenn ich als Transvestit unterwegs bin.Wenn schon transsexuell,dann aber gleich richtig,so die Meinung vieler.Nicht selten werde ich gefragt: „…und wann lässt du dich jetzt operieren?“ Die Sensationsgier ist heute allgegenwärtig.Leute die mich sonst nicht beachten,fangen plötzlich mit mir zu reden an,wenn ich als Transvestit unterwegs bin.Es ist schwer den Anfeindungen mancher Menschen aus dem Weg zu gehen,besonders im Alltag gibt es keine Ausweichmöglichkeit.Wenn ich in die Abends weggehe,suche ich mir Locations in denen ich am wenigsten zu Befürchten habe.Ü30 Partys sind dafür geeignet,hier sind die Leute noch am tolerantesten.Leider gibt es auch Personengruppen die sehr intolerant sind,es sind meist jugendliche.Ich meine jene die ja angeblich eine Bereicherung für unsere Gesellschaft sind,also mit Migrationshintergrund,hier wäre wieder die Politik gefragt.

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