Transident

Mein Blog über Transidentität (Transsexualität)

Logopädie oder stimmbandverkürzende Operation

| 2 Kommentare

Eine weiblichere Stimme respektive eine höhere Tonlage, was nicht das gleiche ist, kann entweder durch eine operative Stimmbandverkürzung oder durch logopädisches Training angestrebt werden. Beide Varianten habe Vor- und Nacheile. Anbei möchte ich diese beiden Möglichkeiten kurz erläutern und zum Schluss meine persönliche Meinung dazu erklären.

Zuerst sollte man sich bewusst werden was eine weiblich Stimme überhaupt ausmacht. Denn es ist nicht einfach eine höhere Stimmlage, die den Unterschied macht. Es ist auch die Stimmmelodie, welche mitunter ganz entscheidend ist. Auch die Atmung beim sprechen spielt eine Rolle. Am besten achtet man sich eine Zeit lang einfach einmal auf die Unterschiede welche einem auffallen, wenn man Gesprächen von unterschiedlichen Personen zuhört.

  • Wie werden einzelne Wörter betont?
  • Wie ist die Melodie des einzelnen Wortes?
  • Klingen die Wörter weich oder hart?
  • Wie ist die Melodie des ganzen Satzes?
  • Wie ist das Sprechtempo pro Wort und auf den ganzen Satz bezogen?
  • Wie lange sind die Pausen zwischen den Wörtern?

Je länger man sich damit beschäftigt respektive bewusst auf die Unterschiede achtet, um so mehr Unterschiede zwischen der Sprechweise von Mann und Frau werden einem auffallen.

Logopädie

Logopädie ist das Training der Stimme, um höher und weiblicher sprechen zu können. Neben den Stunden bei der Logopädin braucht dies auch zu Hause viel Training. Manche Transfrau erreicht so aber nahezu die Stimmhöhe von Cis-Frauen. Aber es bedarf einiges an Geduld und Ausdauer.

Stimmbandverkürzung

Um eine höhere Stimme respektive Tonlage zu bekommen, können die Stimmbänder operativ verkürzt werden. Die Resultate sind auch da unterschiedlich gut. Oft wird vom Chirurgen vorgeschlagen auch noch den hervorstehenden Adamsapfel abschleifen zu lassen um diesen zu verkleinern. Stimme

Aber welche der beiden Methoden ist besser?

Nun, die Antwort auf diese Frage ist ganz und gar nicht einfach und ist zudem äusserst individuell. Deswegen gebe ich auch nur meine persönliche auf mich zutreffende Meinung wieder, welche nicht allgemeingültig ist.

Ich für mich selbst habe trotz wiederholter Ermutigung durch den HNO Spezialisten entschieden vorerst noch keine Operation an den Stimmbändern in Betracht zu ziehen, solange nicht alle Möglichkeiten der Logopädie ausgeschöpft sind. Meine Überlegung dabei ist, dass ich noch immer eine Operation in Betracht ziehen kann, wenn sämtliche Anstrengungen mit Hilfe logopädische Hilfestellung nicht zu einem befriedigenden Resultat geführt haben.

Ich persönlich finde, dass bei der Entscheidungsfindung unbedingt berücksichtigt werden sollte, dass eine Operation unter Umständen irreversibel ist, auch wenn man mit dem Ergebnis der Operation nicht zufrieden ist!

2 Kommentare

  1. Bin seit vielen Jahren Transvestit und habe mir meine Stimme selbst gut trainiert.Es stimmt,mann muss sich bewusst sein,was die einzelnen Stimmen ausmachen.Ich persönlich bin mit schwäbisch erzogen worden und bevorzuge den Dialekt als Mann heute noch.Allerdings habe ich gemerkt wenn ich die Stimme anheben will,geht das am besten mit Hochdeutsch.Beim Dialekt sind einfach zuviele Laute im unteren Bereich.Dann bin ich auf eine sehr ungewöhnliche Methode gekommen.Habe mich selbst getestet und bei einer kostenlosen Flirtline (0800…) für Frauen angerufen.Anfangs wurde ich natürlich entlarvt,mit der Zeit hörte ich aber Sätze wie:“Du hast die geilste Stimme,die ich je gehört habe!“ Heute mache ich das nicht mehr,aber ich kann problemlos zwischen meinen Stimmen wechseln.

  2. Ich glaube nicht an Logopädie.
    Es mag durchaus Leute geben,die von Natur aus einen größeren Stummumfang besitzen.20 Stunden Logopädie haben bei mir nix gebracht.Ich kann zwar etwas höher sprechen,aber wenn ich irgendwo anrufe werde ich sofort als Mann Wahrgenommen.
    Bei einer Stimmbandverkürzung ist es so,dass der Pitch so hoch ist,dass es völlig Wurscht ist ob man hart spricht ohne Melodie,weil man dann in einem Tonbereich ist den eigentlich nur Frauen haben und somit direkt in die Kategorie Frau gestellt wird.
    Ich kenne etliche cisFrauen die quasi eine Männerstimme haben und Trotzdem als Frau wahrgenommen werden,weil sie sich um 250-350Hz bewegen.
    Mein Fazit:
    Stimmband OP auf jeden Fall und anschliessend kann man zusätzlich Logopädie nachen

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.