Transident

Mein Blog über Transidentität (Transsexualität)

Haarentfernung im Gesicht

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Die Haarentfernung im Gesicht scheint zu mindestens bei mir ein Thema zu sein, welches mich weit länger begleitet als ich erwartet habe. Aber ich fange am besten ganz vorne an.

Ich habe eine Adresse von einem Dermatologen erhalten, welcher „spezialisiert“ auf Haarentfernung im Gesicht ist. Ich rief auf der mir genannten Nummer an und bekam auch umgehend einen Termin, welcher aber fast 8 Wochen weg lag.

Ich dachte mir, dass dieser Arzt offenbar eine Koryphäe ist und entsprechend beliebt ist.

Endlich war de Tag des Termins da. Der Arzt selbst war sehr grobschlächtig zu mir und Fragte Fragen wie „Sie sind verheiratet und sie wollen das ganze volle Trans Programm ernsthaft durchziehen?“. Die Frage selbst war schon wie eine Ohrfeige. Aber das Grinsen, dass er dabei aufgesetzt hatte war noch die Krönung…

Er schwatzte noch ein wenig auf mich ein und ich sagte ihm dann, dass ich nun gehen wolle… Einen Termin für eine erste Behandlung bei ihm habe ich nicht vereinbart.

Dann bekam ich den glücklicherweise den Hinweis, dass die Dermatologie des Universitätsspital Basel ebenfalls Epilation mittels Laser anbietet. Noch am gleichen Tag habe ich einen ersten Termin vereinbart. Auch hier musste ich fünf Wochen auf den ersten Termin warten bei welchem vorab eine kurze dermatologische Untersuchung durchgeführt wurde um sicher zu stellen, dass bei mir keine Risikofaktoren vorhanden sind und ich geeignet für eine Epilati0n mittels Laser bin. Dies hängt unter anderem vom Hauttyp und von der Dunkelheit der Haare ab.

Nach der ersten Untersuchung erhielt ich einen weiteren Termin für eine erste Testbehandlung mittels Laser. Auch auf diesen Termin musste ich weitere vier Wochen warten.

Endlich war es soweit. Der erste Termin für die Testbehandlung war da. Zuerst begrüsste mich die ganz liebe Fachfrau aus der Dermatologie, welche bei mir künftig die Behandlungen durchführen wird. Sie bat noch den verantwortlichen Arzt hinzu um mich nochmals zu begutachten. Es wurde kritisch kontrolliert, Einstellungen des Lasers besprochen und Instruktionen für mich gegeben.

Dann sprach ich den Arzt noch auf einen Antrag für Kostenübernahme durch die Krankenkasse an. Er meinte, dass er gerne einen solchen Antrag schreiben und mir zusenden kann, so dass ich diesen bei meiner Krankenkassen einreichen kann.

Dann ging es mit der Behandlung auch schon los. Ich musste mich auf eine Liege legen und wurde fachgerecht mit Tüchern eingepackt, so dass das kein Kontaktgel auf meine Kleider kommt… 🙂

Dann noch die Schutzbrille für den Laser, noch ein paar Instruktionen der Fachfrau an mich und los ging es.

Zuerst spürte ich den kühlenden Luftstrahl, welcher wirklich sehr kühl war… Ich dachte mir, dass ich bei Gelegenheit etwas wegen der Temperatur sagen als der Laser zum ersten mal aktiviert wurde… Nun wusste ich schlagartig, weshalb der Luftstrahl so kühl eingestellt ist… 🙂 Das pfizte gehörig an der Stelle, welche gerade mit dem Laser behandelt wurde.

Und so ging es dann langsam vorwärts bis die ganze zu behandelnde Fläche abgearbeitet wurde. Am Ende fühlte sich mein Gesicht ziemlich heiss an. Aber ich war überglücklich… Meine erste Laserbehandlung!

In meiner Vorstellung ein Schritt mehr in Richtung eines normalen Lebens…

Nach zwei Wochen kam dann auch der Antrag auf Kostenübernahme, welcher der Dermatologe mir wie versprochen hat zukommen lassen.

Bis heute weigert sich meine Krankenkasse die Kosten für die Laserepilation zu übernehmen und bezieht sich darauf, dass ich zum Zeitpunkt des Antrags noch keine Geschlechtsangleichende Operation vorgenommen hätte.

Na toll… Und so übernehme ich bis zum heutigen Tag die Kosten für die Laserepilation selbst um nicht wie ein Löffel mit dunklem Bartschatten durch die Gegend laufen zu müssen.

 

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