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Buchrezension – Die weisse Feder – Hat die Seele ein Geschlecht? von Nadia Brönimann

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Das Buch Die weisse Feder – Hat die Seele ein Geschlecht? von Nadia Brönimann ist wohl die bekannteste Biographie einer Schweizer Trans_Frau. Das Buch selbst liest sich grundsätzlich flüssig auch wenn es immer wieder Schwankungen im Tempo hat. Ich selbst habe mit bei einigen Stellen sehr berührt gefühlt, konnte mich aber mit Nadia und dem von ihr geschilderten nicht so richtig wiederfinden wie es z.T. in andern Biographien der Fall ist.

Dies ist aber nicht als Wertung zum Buch zu verstehen, sondern beruht vermutlich mehr auf der Tatsache, das Nadia Ihre Transidentität anders erlebt als dies bei mir der Fall ist. Zusätzlich ist Nadia ein Mensch der extremen. Auch dieser Umstand spiegelt sich in ihrem durchaus turbulenten Buch wieder.

Ich möchte Nadia an dieser Stelle für Ihr spannendes Buch „Die weisse Feder“ danken.

Meine Bewertung: 4 / 5

Produktbeschreibung (Quelle: Amazon)

Schon als Kind wusste Christian, dass er anders war als die anderen – ein Fremder im eigenen Körper. Doch er lief immer wieder vor sich selbst davon, war Strichjunge an der Côte d’Azur, Revue-Tänzer in Berlin und Drag-Queen in der Basler Schwulenszene. Bis er am Ende ist und erkennt, dass er sich der Lüge seines Lebens stellen muss: Er ist eine Frau im Körper eines Mannes, er ist Nadia. Eine langwierige Odyssee beginnt …

Weitere Rezension (Quelle: Amazon)
Die ersten Seiten und Kapitel lesen sich schwerfällig. Die Geschichte von Christian Brönimann scheint stereotyp: ein Junge aus zerrütteten Familienverhältnissen, Vater aggressiv, Mutter Alkoholikerin, Christian landet im Heim. Er wird von einer Schweizer Familie adoptiert. Christian Brönimann lebt als Außenseiter, findet wenig Anschluss, absolviert eine Berufsausbildung im Hotelbereich.

Erst nach 50 Seiten wird es spannend. Der Stil wird schneller, das etwas getragene, schweizerisch gefärbte Deutsch entwickelt Dialoge, zeichnet Bilder und lässt den Leser hautnah am Schicksal von Brönimann teilhaben.

Vor dem Hintergrund, dass es sich um eine mit Hilfe des Schweizer Journalisten Daniel J. Schütz zusammengestellte Autobiografie handelt, sind Mut und Offenheit, mit der Christian seine Wandlung zu Nadia Brönimann beschreibt, bewundernswert. Nadia teilt viel mit ihren Lesern: Fotografien, Protokolle ihrer Operationen, intime sexuelle Momente ihrer Zeit als Stricher, große und kleine Lieben, Namen ihrer Freunde.

Die Geschichte von Nadia Brönimann zeigt, wie wenig unsere Gesellschaft vom Befinden transsexueller Personen weiß. Christian Brönimann erreicht sein wahres Ich, schafft es, dass sein Körper und seine Seele eins werden, doch der Weg dahin ist erniedrigend, der Preis hoch.

Nadia Brönimann erlebt auf Ihrem Weg zu sich selbst alles: vom Stricher am Mittelmeer über Drückerkolonne in Berlin, von Drag Queen zu Edel-Butler reicher Öl-Scheichs und österreichischer Millionenerbinnen. Etwas Voyeurismus ist den Texten anzumerken, doch all diese Szenen, Lebensentwürfe und die langen Reisen von Brönimann bieten keine Lösung für die Seele ohne wahren Körper. Es bleibt nur ein Weg: die Anpassung des körperlichen Geschlechts an das Geschlecht der Seele. —Martin Kilgus

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